Fliegergemeinschaft Hangelar

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Änderung der Platzrunde trat in Kraft

Die seit längerem geplante Änderung der Platzrunde am Flugplatz Bonn-Hangelar ist in Kraft. Der bisher über Geislar verlaufende rechte Queranflug auf die Piste 11 wurde zwischen die Ortschaften Geislar und Vilich-Müldorf verschoben. Der neue Verlauf der Platzrunde liegt damit knapp westlich der A59.

Die Bezirksregierung weist in den neuen Anflugblättern noch einmal darauf hin, dass bei Abflügen vom Platz die eingezeichneten Abflugwege zu nutzen sind. Diese liegen unverändert über der Siegaue (Abflug Piste 29) und über dem Schloß Birlinghoven (Abflug Piste 11). Wir bitten alle Piloten diese Abflugwege einzuhalten.

Ein Update unserer bekannten auf ein Satellitenbild gestützten Karte ist in Arbeit. Wir informieren zeitnah, sobald die Karte verfügbar ist. In ihr werden auch die neuen Positionen der Roten Reiter am Alten Niederberg vermerkt sein. Die (Neu-) Aufstellung der Roten Reiter wird vorgenommen, sobald eine Befahrung der benachbarten Felder wieder möglich ist.

 

Änderung der Platzrunde im westlichen Teil

In einer Sondersitzung des Lärmschutzbeirates des Verkehrslandeplatzes Bonn-Hangelar am 17.03.2011 wurde ein Vorschlages des NRW-Ministeriums für Verkehr zur Änderung des Platzrundenverlaufes beraten. Der bisher über Geislar verlaufende westliche Teil der Platzrunde soll in die Mitte zwischen den Bonner Ortsteilen Vilich, Geislar und Vilich-Müldorf entlang der A59 verschwenkt werden. Der Vorschlag wurde im Lärmschutzbeirat positiv aufgenommen und einstimmig beschlossen. Damit wird ein Überfliegen bebauter Gebiete vermieden.

Auch wenn die Platzrunde damit an Komplexität gewinnt, haben wir uns als Fliegergemeinschaft zur Zustimmung entschieden, damit die Bürger in Geislar entlastet werden. Gleichzeit haben wir klargemacht, dass wir weitere Änderungen z.B. im östlichen Teil rund um den Alten Niederberg nicht unterstützen, da hier bereits eine optimale Lösung gefunden ist.

Im weiteren Ablauf des Verfahrens wird die Deutsche Flugsicherung GmbH (DFS) um eine Stellungnahme gebeten, erst im Nachgang ist eine Entscheidung durch die Bezirksregierung Düsseldorf als zuständige Genehmigungsbehörde möglich. Gültig wird die neue Platzrundenführung durch eine Veröffentlichung im Luftfahrerhandbuch. Mit dieser Veröffentlichung ist im III. oder IV. Quartal 2011 zu rechnen, wenn keine Einsprüche der noch zu konsultierenden Organisationen erfolgen.

 

Verbot der Gyrocopter in Sankt Augustin abgelehnt

In der Sitzung des Umwelt-, Verkehr- und Planungsausschuss Sankt Augustin wurde am Mittwoch 22.03 über verschiedene Anträge zum Flugplatz Hangelar beraten. Mit Mehrheit der Stimmen von CDU und FDP wurde ein Gyrokopterverbot abgelehnt, vielmehr wurden die von den Gyrocopterbetreibern zugesagten und umgesetzten Umbauten und Flugzeitbeschränkungen begrüßt. Des Weiteren wurde beschlossen, eine Rahmenplanung und einen Bebauungsplan für das Gebiet des Flugplatzes zu erstellen, um die Voraussetzungen für eine geordnete bauliche Entwicklung des Flugplatzes zu schaffen. Ebenso wurde beschlossen, mit der Bezirksregierung ein Überwachungskonzept für die Einhaltung der Platzrunde sowie die Sanktionierung von Verstößen zu diskutieren.

Die Fliegergemeinschaft begrüßt insbesondere die Entscheidung gegen das Verbot der Gyrokopter, da im Falle eines positiven Beschlusses Verkehr vom Platz verdrängt worden wäre und sicher Verbots- und Beschränkungsanträge gegen andere Verkehre (Helikopter, Flächenflieger) gefolgt wären. Die anderen Beschlüsse werden wir inhaltlich hinterfragen und uns im Sinne der Flieger am Platz in das weitere Verfahren einbringen.

 

 

Flugplatz Hangelar ist eine wichtige Institution im Luftverkehr

In den Stadträten Bonn und Sankt Augustin werden derzeit eine Reihe von Anträgen der politischen Kräfte behandelt. Die Fliegergemeinschaft begrüßt die intensive Diskussion um den Flugplatz und wird eine Reihe von Forderungen wie z.B. Maßnahmen zur Einhaltung der Platzrunde nach Kräften unterstützen. Eine seit neuestem geforderte Änderung der luftrechtlichen Genehmigung des Verkehrslandeplatzes hingegen wird abgelehnt, da hier gravierende Auswirkungen für die Sicherheit der Bevölkerung die Folge wären.

Der Flugplatz Hangelar ist eine feste Institution im Luftverkehr mit regionaler und bundesweiter Bedeutung. Neben der zentralen Ausbildung der Helikopterpiloten der Bundespolizei werden in Hangelar alle Piloten der Länderpolizeien ausgebildet. In einer Vielzahl der von Hangelar aus geflogenen Einsätze werden die bodengebunden Einheiten der Polizei wirkungsvoll aus der Luft unterstützt, so z.B. bei der Suche nach vermissten Personen.

Ohne die Wartung der ADAC Hubschrauber-Luftrettungsflotte durch die ADAC Luftfahrt Technik am Flugplatz Hangelar ist die Aufrechterhaltung der Luftrettung in Deutschland kaum möglich. Die Helikopter werden in Hangelar gewartet und instand gesetzt, darüber hinaus wird durch die ADAC HEMS Academy eine europaweit einmalige integrierte Ausbildung von Piloten und Rettungskräften durchgeführt.

Eine Einschränkung der Hubschrauberaktivitäten am Flugplatz Hangelar würde zu einer grundlegenden Beeinträchtigung der für die regionale und überregionale Bevölkerung unzweifelhaft notwendigen Dienste führen.

Der fliegerische Einsatz von Gyrokoptern in Hangelar wird neben Ausbildungs- und Rundflügen in hohem Maße zu wissenschaftlichen Zwecken eingesetzt. So werden Vermessungsflüge und Unterstützungsleistungen für Forschungsprojekte durchgeführt. Eine Verdrängung der Gyrokopter vom Flugplatz Hangelar hätte zur Folge, dass diese Flüge in Zukunft zum Großteil mit Hubschraubern, d.h. mit erheblich höherer Lärmlast, unvergleichlich höheren Kosten und weitaus größerer Umweltbelastung durchgeführt werden müssten.

Die am Flugplatz Hangelar ansässigen Betreiber von Gyrokoptern haben umfangreiche Modernisierungen ihrer Flotten angekündigt bzw. schon durchgeführt und werden kurzfristig die Flugzeitenregelungen der Landeplatzlärmschutzverordnung befolgen, so dass sich eine deutliche Entlastung der Anrainer des Platzes ergibt. So entfallen Platzrunden und lokale Flüge an großen Teilen des Wochenendes sowie in den allgemeinen Ruhezeiten wie z.B. der Mittagszeit.

Eine Veränderung der luftrechtlichen Genehmigung mit der damit verbunden Verdrängung von Hubschrauber- und Gyrokopter Betrieb schwächt nicht nur die Zukunftsfähigkeit des Flugplatzes Hangelar, es sind darüber hinaus gravierende Folgen in der Versorgung der Bevölkerung mit existenzsichernden Diensten und Leistungen wie Such- und Rettungsdienste zu befürchten.

 

Gyrocopter werden leiser

Die Tragschrauberschule KölnBonn und das Luftbildunternehmen GyroCopter-Cam sind beides junge gewerbliche Unternehmen, die sich vor rund 2 Jahren in Absprache mit der Flugplatzgesellschaft, in Hangelar niedergelassen haben. Beide Unternehmen haben sich im vergangenen Geschäftsjahr am Standort gut etablieren können.

Die Tragschrauberschule KölnBonn unterhält 3 Tragschrauber (Gyrocopter) unterschiedlichster Baureihen, Alters und Ausstattung für die Schulung. In der Luft befindet sich allerdings immer nur ein Tragschrauber, da Herr Georg Wicharz der einzige Fluglehrer der Tragschrauberschule ist.

Mit dem einzigen geschlossenen Tragschrauber in Bonn-Hangelar, dem Calidus, der einen Lärmpegel von 66,2 dB bei Startleistung emittiert, nutzt die Tragschrauberschule KölnBonn einen der modernsten und leisesten Tragschrauber zur Schulung. Anfang Februar wird diese Maschine mit einem neuen Abgassystem ausgestattet. Dann sollten 62 dB erreicht werden.

Der älteste Tragschrauber der Tragschrauberschule KölnBonn, MTO3 mit einer Lärmemission von 67,6 dB bei Startleistung, wird in den nächsten Tagen ausgemustert und nicht mehr für die Schulung eingesetzt. Er wird durch einen Tragschrauber MTOsport neuester Generation ersetzt, der durch konsequente Weiterentwicklung nur noch 61,8 dB bei Startleistung emittiert!

Das Luftbildunternehmen GyroCopter-Cam wird von Roman Zednicek geführt. Es unterhält einen Tragschrauber MTOsport aus dem Baujahr 2009. Dieses Modell emittiert bei Startleistung 66,3 dB. Zum Vergleich: Blätterrauschen 20 dB, Ruhiger Raum 35 dB, Normales Gespräch 55-60 dB, Verkehrslärm 80 dB, Diskothek 110 dB;

Tragschrauber lassen sich optimal für Luftbild- und Filmaufnahmen einsetzen. Durch ihren geringer Kraftstoffverbrauch und eine deutlich geringere Schallemission als Hubschrauber und den meisten anderen Luftfahrzeugen, stellen sie für derartige Anwendungen eine ökonomische und ökologische Alternative statt.

Die Foto- und Filmflüge werden überregional durchgeführt und finden in den seltensten Fällen in der Region Bonn statt.

Beide Unternehmen haben Verständnis für die Belange der Bevölkerung und haben bereits den Einschränkungen bezüglich der Ruhezeiten und Wochenendregelungen zugestimmt. Auch wenn davon auszugehen ist, dass dies zu wirtschaftlichen Einbussen führen wird. Ebenso haben sie zugesagt, im Laufe der regelmäßigen Wartungsarbeiten alle Neuentwicklungen des Herstellers, die zur Lärmminderung beitragen, auszutauschen. So erwarten sie bis spätestens zum Sommer ein neues Abgassystem und einen neuen Propeller. Der Hersteller strebt an, den Lärmpegel bei Startleistung unter 60 dB zu drücken.  

 


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